In Cetara, einem winzigen Fischerdorf an der Amalfiküste, reift seit Jahrhunderten Colatura d’Alici in Holzfässern heran, das flüssige Gold aus fermentierten Sardellen. Ein paar Tropfen davon über Trofie geträufelt, und dein Teller spricht Italienisch. Diese Sauce aus Sardellen, Tomaten, Oliven und Kapern zeigt, wie viel Tiefe wenige, gute Zutaten erreichen können.

Auf einen Blick
| Schwierigkeit | ★☆☆ einfach |
| Zubereitungszeit | 10 Minuten |
| Kochzeit | 20 Minuten |
| Portionen | 4 Portionen |
| Kosten | €€ mittel |
| Nährwerte | ca. 490 kcal pro Portion |
| Variationen | Glutenfrei möglich, ohne Colatura mit mehr Sardellenfilets zubereiten |
| Passender Wein | Falanghina aus Kampanien – frische Säure, hält der salzigen Umami-Tiefe der Sauce stand |
| Region | Kampanien (Cetara, Amalfiküste) |
| Eignung | Fischgericht, laktosefrei, glutenfrei möglich |
Was ist Colatura d’Alici di Cetara?
Colatura d’Alici ist eine bernsteinfarbene, stark salzige Flüssigkeit, die entsteht, wenn Sardellen mit Salz geschichtet monatelang in Holzfässern reifen. Am Ende tropft eine hochkonzentrierte Würze ab, die dem asiatischen Fischsaus verwandt ist, aber eine eigene, mediterrane Tiefe hat. Eine verbreitete Erzählung führt die Herstellungsmethode auf das antike römische garum zurück, das in Cetara über Generationen weiterentwickelt wurde.
Weil Colatura schon von Natur aus intensiv salzig ist, kommt dieses Rezept ohne zusätzliches Salz im Kochwasser aus, dazu gleich mehr. Wer die würzige Seite der Amalfiküste bereits über Scialatielli Amalfitani kennengelernt hat, findet hier eine weitere, noch kompaktere Art, wie Meer und Pasta zusammenfinden.
Zutaten für 4 Portionen
Für die Pasta
- 400 g Trofie (frisch oder getrocknet)
Für die Sauce
- 2 TL Colatura d’Alici di Cetara
- 4 Sardellenfilets in Öl
- 2 Knoblauchzehen, dünn geschnitten
- 80 g Oliven taggiasche, entsteint
- 2 EL Kapernäpfel, halbiert
- 400 g gehackte Tomaten
- 1 Bund frisches Basilikum
- 1 TL Oregano, getrocknet
- 4 EL Olivenöl extra vergine
- Schwarzer Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung Schritt für Schritt
Sauce vorbereiten
- Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. Knoblauch und Sardellenfilets hineingeben und langsam anbraten, dabei mit einem Holzlöffel zerdrücken, bis sich die Sardellen vollständig in der Sauce auflösen.
- Die gehackten Tomaten dazugeben und bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten köcheln lassen.
- Oliven taggiasche, Kapernäpfel und Oregano einrühren und weitere 3 bis 4 Minuten sanft mitköcheln lassen, bis sich die Sauce leicht eindickt.
Pasta kochen und mantecare
- Einen großen Topf mit reichlich Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Das Wasser bleibt ungesalzen, die Colatura übernimmt später die gesamte Würze. Trofie darin bissfest kochen, frische Trofie etwa 2 bis 3 Minuten, getrocknete je nach Packungsangabe meist 8 bis 10 Minuten. Etwas Pastawasser vor dem Abgießen aufbewahren.
- Die Pasta direkt in die Pfanne mit der Sauce geben, die Hitze reduzieren. Die Colatura d’Alici erst jetzt darüberträufeln, sie darf nicht mehr mitkochen, sonst verliert sie ihr feines Aroma und wird bitter.
- Mit etwas Pastawasser kräftig schwenken, bis eine cremige, glänzende Sauce entsteht. Frisches Basilikum zupfen und mit schwarzem Pfeffer sofort servieren.
Warum wird das Nudelwasser bei diesem Rezept nicht gesalzen?
Colatura d’Alici ist bereits extrem konzentriert und salzig, zusätzliches Salz im Kochwasser würde das fertige Gericht schnell übersalzen. Die Sardellenfilets in der Sauce liefern zusätzliche Würze, sodass am Ende genau die richtige Balance entsteht, ohne dass du überhaupt zum Salzstreuer greifen musst.
Tipp aus der Küche: Colatura d’Alici niemals in die kochende Sauce geben. Sie gehört erst ganz am Ende dazu, bei reduzierter Hitze oder sogar mit der Pfanne vom Herd genommen, sonst verkocht ihr feines Aroma und nur die Schärfe des Salzes bleibt übrig.
Häufige Fragen und Tipps zu Trofie con Colatura d’Alici
Was ist der häufigste Fehler beim Kochen mit Colatura d’Alici?
Die Colatura zu früh oder zu lange mitkochen zu lassen, ist der klassische Fehler. Hohe Hitze zerstört ihr feines Aroma innerhalb von Sekunden, deshalb kommt sie erst am Schluss dazu, wenn die Pfanne bereits vom Herd genommen oder zumindest stark heruntergekühlt ist.
Warum wird das Kochwasser für die Trofie nicht gesalzen?
Colatura d’Alici und die Sardellenfilets in der Sauce bringen bereits so viel natürliches Salz mit, dass zusätzliches Salz im Kochwasser das Gericht schnell zu salzig macht. Wer unsicher ist, kann am Ende immer noch minimal nachschmecken, aber grundsätzlich gilt: kein Salz im Topf.
Wie bewahre ich die Reste auf?
Reste halten sich abgedeckt einen Tag im Kühlschrank und lassen sich in der Pfanne mit einem Schuss Wasser sanft aufwärmen. Vom Einfrieren rate ich ab, die feinen Fischnoten der Colatura verlieren beim Auftauen deutlich an Aroma.
Wie mache ich das Rezept glutenfrei?
Ersetze die Trofie durch eine glutenfreie Pastaform aus Mais- oder Reismehl. Die Colatura selbst ist glutenfrei, achte aber beim Kauf sicherheitshalber auf das Etikett, da Herstellungsprozesse variieren können.
Ich finde keine Colatura d’Alici, was kann ich ersetzen?
Am nächsten kommt eine Mischung aus etwas zusätzlichem, in Öl geschmolzenem Sardellenfilet und einem sehr sparsam dosierten asiatischen Fischsaus. Das Ergebnis ist kräftiger und weniger fein als das Original, kommt der Grundidee aber nahe.
Welche Oliven eignen sich, wenn ich keine taggiasche finde?
Kleine, milde schwarze Oliven wie Ligurische oder gute Kalamata-Oliven funktionieren als Ersatz. Wichtig ist vor allem, dass sie nicht zu salzig sind, da die Sauce durch Colatura und Sardellen bereits ausreichend Würze mitbringt.
Ist das Rezept scharf?
In der klassischen Version aus Cetara nicht, der Fokus liegt auf Umami statt Schärfe. Wer möchte, kann beim Anbraten der Sardellen eine kleine Prise Chiliflocken mitgeben.
Weitere regionale Pasta-Klassiker aus Kampanien
- Scialatielli Amalfitani – dieselbe Küstenregion, klassisch mit gemischten Meeresfrüchten.
- Spaghetti alla Nerano – eine weitere Legende der Amalfiküste, diesmal mit Zucchini und Provolone.
- Linguine alle Vongole – ein weiterer Klassiker aus Kampanien, bei dem die Muscheln selbst für die nötige Würze sorgen.
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- Spaghetti alla Nerano – ein weiterer Klassiker von der Amalfiküste.
- Paccheri con Polpo alla Luciana – für alle, die noch mehr Meer auf dem Teller möchten.
Buon appetito. Wenige Zutaten, viel Tiefe, und ein Hauch Cetara auf dem Teller. Wenn dich die Aromenwelt der Amalfiküste fasziniert: In meinen Kursen in Nürnberg zeige ich dir, wie aus wenigen, guten Zutaten die großen italienischen Klassiker entstehen.

