Gnocchetti Sardi mit Speck und Zucchini – Sardinien auf dem Teller

Klein, gerillt und unwiderstehlich: Gnocchetti Sardi sind Sardiniens Pasta-Ikone, auch bekannt als Malloreddus. Mit knusprigem Speck, goldbraun angebratenen Zucchini und einem Hauch Sahne wird daraus in wenigen Minuten ein Sommerrezept, das nach Insel schmeckt, ohne stundenlang in der Küche zu stehen. Gnocchetti Sardi mit Speck und Zucchini ist kein Rezept aus dem Kochbuch der Großmutter, aber es steht in derselben Tradition: wenige, gute Zutaten, die sich gegenseitig tragen.

Auf einen Blick

Schwierigkeit★☆☆ einfach
Zubereitungszeit10 Minuten
Kochzeit15 Minuten
Portionen4 Portionen
Kosten€ günstig
Nährwerteca. 520 kcal pro Portion
Passender WeinVermentino di Sardegna DOCG
RegionSardinien
EignungLaktosefrei und glutenfrei möglich

Malloreddus und ihre Geschichte

Ihren berühmtesten Auftritt haben die kleinen, muschelförmigen Nudeln als Malloreddus alla Campidanese, mit Salsiccia, Tomaten und reichlich Pecorino Sardo, wie ich es ausführlicher in meinem Artikel über sardische Pastasorten beschreibe. Der Name Malloreddus leitet sich vom sardischen Wort für kleine Stiere ab, eine Anspielung auf die enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und Küche auf der Insel. Die charakteristischen Rillen entstehen traditionell durch Rollen über ein geripptes Holzbrett, das Ciuliri, und sorgen dafür, dass jede Sauce daran haften bleibt.

Meine Version mit Speck und Zucchini ist keine traditionelle Campidanese-Sauce, sondern eine sommerliche, schnellere Interpretation. Der Speck übernimmt die würzige Rolle der Salsiccia, die Zucchini bringen Frische und Farbe, und ein Schuss Sahne bindet alles zu einer leichten, cremigen Sauce.

Zutaten für 4 Portionen

  • 350 g Gnocchetti Sardi (Malloreddus)
  • 2 mittelgroße Zucchini, gewürfelt, ca. 400 g
  • 150 g Speck, in feinen Streifen (Julienne)
  • 2 Knoblauchzehen, in feinen Streifen (Julienne)
  • 100 ml Sahne
  • 50 g Pecorino Sardo, fein gerieben
  • 8 Basilikumblätter
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • 4 Zucchiniblüten, nach Wunsch

Zubereitung Schritt für Schritt

Für die Sauce

  1. Zucchini waschen und in kleine Würfel schneiden. Speck und Knoblauch in feine Streifen schneiden.
  2. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zucchiniwürfel darin bei mittlerer bis hoher Hitze goldbraun anbraten, dabei gelegentlich wenden.
  3. Speck und Knoblauch dazugeben und weitere 2 bis 3 Minuten mitbraten, bis der Speck leicht knusprig ist. Der Knoblauch darf dabei nur golden werden, nicht bitter.
  4. Die Sahne angießen, kurz aufkochen und bei milder Hitze 2 Minuten einköcheln lassen, bis die Sauce leicht bindet. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Pasta kochen und vollenden

  1. Gnocchetti Sardi in reichlich Salzwasser al dente kochen, dabei eine Tasse Kochwasser aufbewahren. Abgießen und direkt in die Sauce geben.
  2. Alles bei milder Hitze 1 Minute schwenken, bei Bedarf mit etwas Kochwasser verlängern, bis die Sauce die Nudeln gleichmäßig umhüllt. Mit Pecorino Sardo, Basilikum und, falls vorhanden, Zucchiniblüten servieren.

Wie kocht man Gnocchetti Sardi richtig al dente?

Gnocchetti Sardi brauchen je nach Marke 12 bis 14 Minuten in reichlich kochendem Salzwasser. Probiere eine Nudel zwei Minuten vor Ende der angegebenen Kochzeit, sie sollte innen noch einen leichten Biss haben. Zu weich gekochte Gnocchetti verlieren ihre charakteristische Rille und wirken matschig.


Tipp aus der Küche: Wenn du keinen Pecorino Sardo findest, funktioniert auch ein kräftiger Pecorino Romano. Nimm keinen Parmigiano als alleinigen Ersatz, ihm fehlt die salzige Schärfe, die diese Sauce braucht.

Häufige Fragen und Tipps zu Gnocchetti Sardi mit Speck und Zucchini

Was sind die häufigsten Fehler bei der Sauce?

Sehr klein geschnittene Zucchini zerfallen beim Anbraten und werden matschig statt goldbraun. Lässt du die Sahne zu lange kochen, reduziert sie zu stark und die Sauce wird fettig statt seidig.

Worauf muss ich bei Knoblauch und Käse achten?

Gibst du den Knoblauch zusammen mit den Zucchini in die Pfanne, verbrennt er, bevor die Zucchini fertig sind, deshalb erst später dazugeben. Der Pecorino ist zudem keine Garnitur, sondern trägt einen Großteil der Würze, spare hier nicht.

Wie verhindere ich, dass die Sauce nicht bindet?

Ohne aufbewahrtes, stärkehaltiges Kochwasser lässt sich die Sauce am Ende nicht mehr binden. Achte außerdem darauf, die Pasta nicht zu weich zu kochen, sonst verliert sie ihre Bissfestigkeit und die Sauce zieht nicht mehr richtig ein.

Wie bewahre ich das Gericht auf und kann ich es vorbereiten?

Reste halten sich abgedeckt bis zu 2 Tage im Kühlschrank und lassen sich in der Pfanne mit etwas Wasser oder Sahne sanft aufwärmen, Einfrieren lohnt sich wegen der Sahne nicht. Die Sauce mit Speck, Zucchini und Sahne lässt sich aber bis zu einen Tag im Voraus zubereiten und kühl stellen, die Pasta kochst du dann erst kurz vor dem Servieren.

Kann ich das Gericht vegetarisch oder glutenfrei zubereiten?

Für vegetarisch lässt du den Speck weg und ersetzt ihn durch 100 Gramm geräucherten Tofu oder geröstete Pinienkerne, etwas mehr Pecorino gleicht die fehlende Würze aus. Für glutenfrei ersetzt du die Gnocchetti Sardi durch eine glutenfreie kurze Pastaform aus Mais- oder Reismehl und prüfst die Kochzeit frühzeitig.

Kann ich es laktosefrei zubereiten und gibt es Zucchiniblüten ganzjährig?

Für laktosefrei ersetzt du die Sahne durch laktosefreie Kochsahne und den Pecorino durch laktosefreien Hartkäse oder Hefeflocken. Zucchini und Zucchiniblüten haben von Juni bis September Hochsaison, außerhalb dieser Zeit lässt du die Blüten einfach weg.

Kann ich die Sauce ohne Sahne zubereiten?

Ja. Lass die Sahne weg und binde die Sauce stattdessen mit etwas mehr Kochwasser und großzügig Pecorino Sardo, das der Sauce eine cremige Textur gibt, ohne sie schwer zu machen.

Welcher Speck eignet sich am besten?

Ein milder, nicht zu stark geräucherter Speck funktioniert am besten, da er die Zucchini nicht überdeckt. Pancetta oder ein sardischer Guanciale sind authentische Alternativen.

Sind Gnocchetti Sardi dasselbe wie Malloreddus?

Ja, es handelt sich um zwei Namen für dieselbe Pasta. Gnocchetti Sardi ist die italienische, Malloreddus die sardische Bezeichnung.

Rezept auf einen Blick

Gnocchetti Sardi mit Speck und Zucchini – sardische Pasta in cremiger Sahnesauce mit knusprigem Speck, Zucchini, Knoblauch und Pecorino Sardo. In 25 Minuten fertig.

Portionen4 Portionen
Vorbereitung10 Minuten
Kochen15 Minuten
Gesamtzeit25 Minuten
Kcalca. 520 pro Portion

Zutaten

  • 350 g Gnocchetti Sardi, 2 Zucchini (ca. 400 g), 150 g Speck, 2 Knoblauchzehen
  • 100 ml Sahne, 50 g Pecorino Sardo, 8 Basilikumblätter, 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, 4 Zucchiniblüten nach Wunsch

Zubereitung

  1. Zucchini würfeln, Speck und Knoblauch in Streifen schneiden.
  2. Zucchini in Olivenöl goldbraun anbraten, Speck und Knoblauch dazugeben.
  3. Sahne angießen und kurz einköcheln lassen.
  4. Gnocchetti Sardi al dente kochen und in der Sauce schwenken.
  5. Mit Pecorino, Basilikum und Zucchiniblüten servieren.

Weitere regionale Pasta-Klassiker aus Sardinien

  • Culurgionis – gefüllte Teigtaschen aus der Region Ogliastra, mit Kartoffeln, Pecorino und Minze, seit 2016 mit IGP-Siegel.
  • Fregula – gerösteter Hartweizengrieß in kleinen Kugeln, klassisch mit Meeresfrüchten wie ein Risotto gekocht.
  • Lorighittas – aus zwei Teigsträngen geflochtene Ringe aus dem Dorf Morgongiori, traditionell zu Festen zubereitet.
  • Maccarones de Busa – röhrenförmige Pasta, mit einem Metallstab geformt, kräftig genug für Wildragù.

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